November 2014

Stefan Muri (Unterschrift)

Editorial

Altes vergeht, Neues entsteht und Bewährtes bleibt bestehen. So könnte der bunte Strauss an Themen in diesem PREVUE zusammengefasst werden, liebe Leserin, lieber Leser. Das Leistungsprimat von dem wir uns Ende 2014 endgültig trennen, über neue pensionskassenspezifische Regeln bei einer Scheidung. Dem kurz bevorstehenden Wechsel in die Welt der Sammeleinrichtung verbunden unter anderem mit einer neuen IT-Lösung. Bis hin zur Überprüfung der bewährten ISO-Prozesse und einem kurzen Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei den Vermögensanlagen. Es bleibt mir Ihnen spannende Lektüre und einen erfolgreichen Ausklang des Jahres 2014 zu wünschen. Aber auch Ihnen einmal mehr zu danken für Ihre Treue und Verbundenheit zu unserer Vorsorgeeinrichtung.

Stefan Muri

Stefan Muri
Geschäftsführer

Die «neue Previs» auf der Zielgeraden

Die organisatorischen Arbeiten zur Stiftungserweite-
rung per 1.1.2015 werden zeitgerecht abgeschlossen.

Trotz minutiöser Planung barg das Projekt «OPEN» mit welchem sich die Previs in den vergangenen 2½ Jahren in die Welt der Sammeleinrichtungen einbrachte, einige Überraschungen und Fallstricke. Die Binsenweisheit «der Teufel liegt im Detail» hat ihren Auftritt vor allem in der letzten Phase des Projekts, wenn es darum geht die letzten Details zu definieren, oder mit potenziellen Kunden über die ganz konkrete Umsetzung ab 1.1.2015 zu verhandeln.

Transformation der Finanzanlagen bereits vollzogen

Ganz neue Wege geht die Previs in Sachen Vermögensanlagen. Denn wir stellen neu mehrere Anlagestrategien zur Auswahl und stärken gleichzeitig die Überwachung der Prozesse. Dies erreichen wir mit einem von der eidg. Finanzmarktaufsicht bewilligten Einanlegerfondskonzept. Dieses sorgt dafür, dass die Vermögenswerte der Previs mittels einer täglichen Bewertung (Ausnahme Immobilien) jederzeit der jeweiligen Strategie und damit auch den einzelnen Vorsorgewerken zugewiesen werden können. Gleichzeitig erfolgt eine enge Überwachung durch die eingesetzte Fondsleitung (UBS), welche die Tätigkeiten unseres eigenen Portfoliomanagements kontrolliert. Da sich ein solcher Wechsel in der Vermögensverwaltung überaus komplex gestaltet, haben wir diesen bereits auf den 1.10.2014 vorgezogen.

Das neue Einanlegerfondskonzept ermöglicht Flexibilität in den Anlagen.

Damit haben wir genügend zeitlichen Raum, um die nötigen Optimierungen bis Ende Jahr praxisnah vorzunehmen. Dieser Wechsel ist dank der ausgezeichneten Vorarbeit unseres Leiters Finanzanlagen aber auch der UBS Fondsleitung ohne nennenswerte Geräusche vor sich gegangen.

Struktur der Delegiertenversammlung, Stiftungsrat und Vorsorgekommissionen definiert

Der Stiftungsrat hat die künftige Organisation der Delegiertenversammlung festgelegt. Die Delegierten werden weiterhin an der Delegiertenversammlung begrüsst und die Rentner in geeigneter Form informiert. Die Delegierten des Vorsorgewerks Service Public (heutige Gemeinschaftseinrichtung) werden inskünftig, wie 2014 bereits praktiziert, die Mitglieder der Vorsorgekommission Service Public bestimmen, welche gleichzeitig als Stiftungsräte gewählt sind. Dadurch ändert sich für den Service Public an der Delegiertenversammlung gegenüber heute nichts.

Wir erhalten positive Signale vom Markt.

Die Vorsorgekommissionen der weiteren Vorsorgewerke werden durch deren Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestimmt. Diese Vorsorgekommissionen bestimmen ihre Delegierten, welche wiederum an der Delegiertenversammlung «ihre» Stiftungsräte und -rätinnen wählen.

IT-Werkzeuge auf dem neuesten Stand

Der erhöhten Komplexität wegen und auf Grund neuer technischer Möglichkeiten wird ab dem 1.1.2015 eine neue Vorsorgesoftware im Einsatz stehen. Mehr dazu erfahren sie im separaten Artikel in diesem Prevue. Aber nicht nur die Vorsorgesoftware wurde ausgetauscht, auch die Finanzsoftware, sowohl für die Buchhaltung wie aber auch für die Finanzanlagen wurde erweitert bzw. gewechselt. Namentlich die Finanzanlagen können mit den neuen Werkzeugen noch risikobewusster und vor allem auch im Betrieb und bei den Transaktionen deutlich günstiger bewirtschaftet werden.

Erste Markterfahrungen gesammelt

Für bestehende Kunden des Service Public wie auch für neue Kunden durften wir bereits erste Offerten für den Anschluss an die «neue» Previs erstellen. Rückmeldungen vom Markt und von den Brokern zeigen, dass die Previs mit ihren neuen Angeboten durchaus konkurrenzfähig ist. Wir freuen uns, uns dem Wettbewerb zu stellen.

Die Praxis wird noch viel zu tun geben. Wir sind bereit!

Wir sind uns bewusst, alle Eventualitäten können im Vorfeld zu einer solchen Neuausrichtung nicht aufgefangen werden. Ab dem 1.1.2015 werden wir weiterhin gefordert sein. Hinsichtlich der Umsetzung im Tagesgeschäft, aber auch in der weiteren Verbesserung der finanziellen Stabilität und der Pflege der Kundenbeziehung. Wir sind bereit und motiviert bestehende und neue Kunden in der «neuen» Previs zielorientiert, partnerschaftlich und in altbewährter Qualität mit transparenten Dienstleistungen zu bedienen.

Das Leistungsprimat ist schon bald Geschichte

Mit voller Kraft steuern wir dem 31. Dezember 2014, dem Zeitpunkt der endgültigen Abschaffung des Leistungsprimats, entgegen. Und mit Genugtuung blicken wir schon heute auf die intensiven Arbeitsmonate zurück. Wir sind froh und dankbar, dass wir dieses strategisch wichtige Vorhaben zusammen mit unseren Kunden erfolgreich meistern konnten. Dennoch gibt es einige wenige Anschlüsse, welche die Previs vor dem Hintergrund des Primatwechsels per Ende Jahr verlassen werden. Wir bedauern diese Kundenabgänge sehr, bedanken uns aber gleichzeitig bei all unseren betroffenen Kunden für die guten und manchmal schwierigen Gespräche, die stets  konstruktiven Lösungsfindungen und vor allem für das grosse Vertrauen in die Previs und in unsere Arbeit.

Wir danken unseren Kunden für die gemeinsame, erfolgreiche Umsetzung.

Ein grosser Dank gilt auch unserem Beratungsteam, welches während 3 Jahren mit grösstem Einsatz unsere Kunden in diesem anspruchsvollen Wechselprozess begleitet hat. Wir sind überzeugt, dass wir mit dem unverzichtbaren Schritt, das Leistungsprimat per Ende Jahr abzuschaffen und nur noch das Beitragsprimat anzubieten, die Previs – und damit alle Destinatäre - finanziell entlasten und weiter stabilisieren können.

Scheidung: Die Pensionskasse wird geteilt

Die zurzeit in den Räten diskutierte Vorsorgerevision sieht eine Besserstellung bei Scheidung im Rentenalter und bei Invalidität sowie für geschiedene Hinterbliebene vor.

Bei einer Scheidung wird heute das gesamte Guthaben, das ein Ehepaar während der Ehe in der zweiten Säule angespart hat, hälftig aufgeteilt. Beide Partner behalten hingegen das Guthaben, das sie vor der Ehe erworben haben, einschliesslich der aufgelaufenen Zinsen. Das Ziel dieser Regelung ist, dass beide Parteien nach der Scheidung die Chance haben sollen, bis zu ihrer Pensionierung eine ausreichende Altersvorsorge aufzubauen.

Neu werden auch die Alters- und Invalidenrenten geteilt.

Die beteiligten Pensionskassen berechnen die Guthaben, die aufgeteilt werden. Diese Grundsätze gelten auch für Ehepaare mit Gütertrennung. Paare können nicht vereinbaren, dass ihre PK-Guthaben nicht geteilt werden, falls es zur Scheidung kommt. Ist eine Teilung nicht möglich, – bspw.  gemeinsames Wohneigentum – muss derjenige Ehepartner, der Anspruch auf eine Ausgleichszahlung hat, in einer anderen Form angemessen entschädigt werden.

Scheidung im Rentenalter und bei Invalidität – Besserstellung

Mit 42 zu 0 Stimmen hat der Ständerat im Juni 2014 die Vorsorgerevision angenommen. Das Geschäft liegt nun bei der Rechtskommission des Nationalrats. Mit dieser Revision kommt es neu dazu, dass auch die Alters- und Invalidenrenten zu teilen sind.  D.h. die während der Ehe erworbene ermittelte Rente wird geteilt. Diese Teilung kann einvernehmlich zwischen den Parteien vereinbart oder durch Gerichtsbeschluss bestimmt werden.

Geschieden und verwitwet –  Besserstellung

Der geschiedene Ehepartner erhält nach geltendem Recht nach dem Tod seines Ex-Ehepartners keine Rente mehr. Nur wenn die Ehe mindestens 10 Jahre gedauert und im Scheidungsurteil eine lebenslängliche Rente zugesprochen wurde, erhält dieser noch eine Hinterlassenenrente. Nun sollen die geschiedenen Hinterbliebenen bessergestellt werden. Neu erhält der anspruchsberechtigte geschiedene Hinterbliebene  einen lebenslänglichen Anspruch auf einen Rentenanteil. Die neue Lösung kann rückwirkend geltend gemacht werden. Sie gilt aber nicht für Ehen, die vor dem Jahr 2000 geschieden wurden, da das Scheidungsrecht die Teilung des Vorsorgevermögens zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte.

Teilung des PK-Guthabens bei Scheidungen –  Berechnung

Mann in CHFFrau in CHF
Freizügigkeitskapital bei Scheidung279’53180’978
Freizügigkeitskapital bei Heirat−54’500−12’370
Zins auf dem Freizügigkeitskapital bei Heirat (während der Ehe)−19’359−4’394
Zu halbierende Summe205’67264’214
Ausgleich an Partei½½
Ehemann an Ehefrau102’836
Ehefrau an Ehemann−32’107
Anspruch der Frau gegenüber dem Mann70’729

Teilung des PK-Guthabens bei Scheidungen –  Lebenszyklus

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Per 1. Januar 2015 neues IT-System im Bereich Vorsorge

Die heutigen wie auch die zukünftigen Anforderungen an die berufliche Vorsorge erfordern einen Wechsel der Vorsorgesoftware.

Die Anforderungen an eine moderne Informatiklösung für den Bereich Vorsorge sind in den letzten Jahren bereits gestiegen (bspw. Datenschutz, Online-Zugriffe etc.). Weitere Anforderungen werden mit Sicherheit auch in Zukunft an uns gelangen. Die Previs hat daher Anfang 2014 entschieden, die bestehende Lösung durch Xplan der Hersteller-Firma aXenta AG zu ersetzen. Wir sind über-zeugt mit Xplan die zukünftigen Ansprüche abbilden zu können.

Was ändert sich für Sie?

Als versicherte Person ändert sich gegenüber heute nicht viel. Sie erhalten weiterhin den Versicherungsausweis direkt per Post zugestellt. Als Beilage zum Versicherungsausweis erhalten Sie neu jeweils auch den Vorsorgeplan. Dieser enthält die wichtigsten Grundlagen zu den versicherten Leistungen und ist Bestandteil des Vorsorgereglements.

Beitragsübersicht anstelle Versichertenausweis für den Arbeitgeber.

Als bei der Previs angeschlossener Arbeitgeber wird Ihnen ab 1.1.2015 kein Versicherungsausweis ihrer Angestellten mehr zugestellt. Dafür erhalten Sie jeweils nach erfolgter Verarbeitung der Mutation bzw. mit der Beitragsabrechnung eine entsprechende Übersicht, welche die Beiträge ihrer Angestellten aufzeigt. Jeweils Anfang Jahr erhalten Sie ebenfalls den aktuellen Vorsorgeplan zur Kenntnis.

Mutationen bis spätestens 12. Dezember 2014 melden!

Damit der Wechsel und damit verbunden die Migration der Daten auf Xplan erfolgreich und zeitgerecht durchgeführt werden kann, sind wir auf Sie angewiesen. Bitte melden Sie uns sämtliche für das Jahr 2014 noch relevanten Mutationen (Arbeitsunfähigkeiten, Eintritte, Austritte, Lohn-/BG-Änderungen inkl. Std-Löhner etc.) bis spätestens 12. Dezember 2014.

Ausländische Aktien und ein starker Dollar

Weitere Zunahme der Vermögenswerte auch dank der Unterstützung der Notenbanken.

Das 3. Quartal verlief positiv. Durch die nach wie vor lockere Geldpolitik der Notenbanken erzielten die Vermögenswerte zwischen Juli und September eine Rendite von 1.27%. Während den ersten neun Monaten liegt dieser Wert sogar bei 5.22%. Hauptverantwortlich für das gute Quartalsergebnis waren vor allem die ausländischen Aktienanlagen, dies auch dank dem Erstarken des US-Dollars. Endlich widerspiegelt die Aufwertung der amerikanischen Währung die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Denn die US-Wirtschaft hat sich deutlich rascher erholt als die Europäische.

Was dürfen wir im 4. Quartal erwarten?

Der Internationale Währungsfonds hat jüngst die globalen Wachstumserwartungen nach unten revidiert. Dies aufgrund der anhaltend wirtschaftlichen Probleme in Europa. Zudem könnten geopolitische Brandherde wie beispielsweise der Nahe Osten und die Ukraine aber auch Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Ebola-Virus wachstumshemmend wirken. Somit erwarten wir kurzfristig ein Ansteigen der Nervosität der Marktteilnehmer.

Absicherungen verhalfen die Oktoberverluste zu mindern.

Dies wiederum dürfte dazu führen, dass die Gefahr eines Rückschlages der Aktienmärkte durchaus als gegeben erscheint. Aus diesem Grund haben wir unsere Aktienengagements auch abgesichert. Dass dieses Vorgehen das richtige war, zeigten die ersten paar Tage im Oktober. Innerhalb von nur zwei Wochen verloren die Aktienmärkte weltweit rund 10% ihres Wertes. Dank unserer Absicherungsstrategie konnten wir während dieser Zeit unsere Verluste in Grenzen halten. Die anschliessende Gegenbewegung verhalf uns zudem, dass die Monatsverluste fast wieder kompensiert wurden. Insofern bewahrheitete sich auch hier unsere Erwartung, dass in naher Zukunft mit grösseren Kursauschlägen zu rechnen ist.

Neue Mitarbeiter/-innen

Von links:

  • Fabian Werren, Lernender Kaufmann
    Eintritt per 1.8.2014
  • Angelica Sommer, Sachbearbeiterin Vorsorge
    Eintritt per 1.9.2014
  • Brigitte Flück, Fachfrau Kommunikation
    Eintritt per 1.10.2014

Lernende bei der Previs

Wir bilden pro Lehrjahr einen Kaufmann/Kauffrau EFZ aus. Während der Lehrzeit durchlaufen die Lernenden verschiedene spannende Stationen wie Berufliche Vorsorge, Immobilienbewirtschaftung und Rechnungswesen. Im Turnus von rund vier Monaten wird der Bereich gewechselt. Ergänzend werden die Lernenden am Empfang/Telefonzentrale geschult, übernehmen deren selbständige Ablösung und verbringen einige Ausbildungseinheiten im Bereich Kunden & Kommunikation sowie Mitarbeiterwesen.

Ausbau in der Kommunikation

Transparente Kommunikation den Destinatären gegenüber ist für eine Pensionskasse eine Schlüsselkompetenz. Die Verleihung einer entsprechenden Auszeichnung an die Previs in diesem Frühjahr war denn auch der Lohn für die bisherige Arbeit. Damit wir den steigenden Erwartungen an die Informationspolitik auch weiterhin gerecht werden können, haben wir unser Kommunikationsteam verstärkt.

Qualitätszertifikate erneuert

Die Rezertifizierung der ISO 9001:2008 Norm und BestBoardPractice® sind im Oktober erfolgreich absolviert worden.

Die Previs führt auf der Ebene Geschäftsstelle (ISO) und Stiftungsrat (BBP) seit 2008 resp. 2010 zertifizierte Managementsysteme. In einem mehrtägigen, vertieften Auditverfahren prüften die Experten der Firma SQS die Organisation und attestieren der Previs erneut aktuelle, gelebte und in weiten Teilen hervorragend weiterentwickelte Systeme.