Mai 2018

Editorial

Zum 60. Geburtstag der Previs ist mir eine Aussage der Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello besonders aufgefallen: Der natürliche Wendepunkt im Leben und Altern liege bei 50 Jahren. Lassen Sie mich da anknüpfen: Kümmern Sie sich bereits mit 50 und nicht erst mit 65 um Ihre berufliche Vorsorge. Nehmen Sie sich Zeit, das Prinzip der Solidarität unter den Versicherten zu verstehen und die Folgen für uns alle zu erkennen.

Ihre Pensionsgelder werden in der Previs erfolgreich verwaltet; der eine Teil risikobewusst angelegt in Wertschriften, der andere investiert in eigene Liegenschaften mit planbaren Mieterträgen. Wir geben Ihnen Einblick in die Tätigkeiten und Herausforderungen unserer Immobilienabteilung.

Nathalie Sesiani
Leiterin Vorsorge Leistung
Mitglied der Geschäftsleitung

Für Fragen, die unter den Nägeln brennen

Nathalie Sesiani begleitet mit ihrem Team «Vorsorge Leistung» Versicherte persönlich durch das Kleingedruckte ihrer beruflichen Vorsorge bei der Previs. Keine Fragen sind überflüssig. Je eher sie vor dem Pensionsalter gestellt werden, umso besser.

Prevue: Ihr Team stellt das Beratungszentrum für die Previs-Versicherten dar.

Nathalie Sesiani: Exakt. Neben der Verarbeitung von Mutationen sind wir persönlich für die Fragen und Abklärungen der Versicherten da. Der Anruf bei uns zeigt, dass sich unsere Versicherten mit ihren Pensionsgeldern befassen. Die individuellen Zahlen, die Anfang Jahr mit dem Versicherungsausweis allen Versicherten zugestellt werden, bedürfen oft mündlicher Erklärungen. Wir geben unser Wissen gerne weiter. Bei uns gibt es keine sogenannt «dummen» Fragen!

Was wollen die Versicherten denn mehrheitlich wissen?

Kann ich meine Pension optimieren, wenn ja, wie und wann? Wenn ich hierfür Einkäufe tätige, kann ich auch Geld aus einem 3a-Konto oder aus einem anderen Konto der beruflichen Vorsorge einzahlen? Wie verändern sich die Leistungen, und hat ein Einkauf weitere Vorteile? Dazu gibt es immer nur individuelle Antworten. Hängt es doch u.a. vom Alter der versicherten Person ab. Zentral ist dabei stets der ganzheitliche Blick. Die Fakten dazu versuchen wir im Gespräch mit den Versicherten zu ermitteln. Ganz wichtig ist dabei auch, dass sämtliche Versicherten eine/-n Kundenbetreuer/-in in meinem Team haben, mit dem/der sie Lösungen erarbeiten können. Das Vertrauen in diese Kontaktperson ist für das gute Gelingen solcher Beratungsgespräche entscheidend.

Kommunizieren auch die Versicherten der ehemaligen Comunitas mit ihren früheren Kundenbetreuer/-innen?

Ja! Das bisherige Team der Comunitas ist neu Teil meines Bereichs. Die Versicherten im Vorsorgewerk Comunitas wenden sich immer noch an ihre gewohnte Ansprechperson.

Gibt es spezielle Fragen kurz vor der Pensionierung?

Natürlich kommen die. Nicht zuletzt wegen der laufenden Absenkung des Umwandlungssatzes. Die Fragen dazu sind vielfältig: Was macht diese Senkung bei mir betragsmässig aus? Wann kann oder soll ich mit für mich optimalen Bedingungen in Pension gehen? Wann und unter welchen Umständen macht eine Teilpensionierung Sinn? Soll ich zu meiner Pensionierung das ganze Kapital beziehen oder mir lebenslang eine monatliche Rente auszahlen lassen?

Der Umwandlungssatz der Previs wird per 2022 auf 5.5% reduziert. Warum diese Senkung, mit welchen Folgen für die Renten?

Der Umwandlungssatz berücksichtigt eine erwartete Rentenbezugsdauer und die Verzinsung des Rentenkapitals, welches durch die Previs weiterhin verwaltet wird: Wenn Sie 65 werden, verfügen Sie über ein Altersguthaben mal Umwandlungssatz; dies ergibt Ihre jährliche Rente. Eine Umwandlungssatzsenkung heisst, dass aus dem gleich hohen Rentenkapital tiefere periodische Rentenzahlungen erfolgen, damit das Rentenkapital bis zur erwarteten Bezugsdauer hinkommt – einmal laufende Altersrentenzahlungen dürfen nicht mehr reduziert werden, sie sind lebenslänglich garantiert. Kurz gesagt: Alle Versicherten sehen auf ihren aktuellen Versicherungsausweisen die für sie gültigen Umwandlungssätze bzw. Rentenleistungen. Für künftige Neurentner ist es wichtig, mit diesen Angaben eine allenfalls bereits in Angriff genommene Pensionierungsplanung zu überarbeiten. Wir helfen hier gerne mit.

Früher wurden die Versicherten durchschnittlich 80 Jahre alt …

Heute statistisch eher 85. Stellen Sie sich das Guthaben aller Versicherten bei der Previs als Kuchen vor: Werden die Leute maximal 80, dann ergibt das viele einzelne Kuchenstücke resp. Renten. Werden die Versicherten aber durchschnittlich 85, bleibt der Kuchen gleich gross. Die Stücke müssen aber entsprechend kleiner geschnitten werden, sonst gibt es keine 85 Stücke. Die Renten werden kleiner, weil sie durchschnittlich länger finanziert werden müssen. Um dies für alle Versicherten abzusichern, ist das Senken des Umwandlungssatzes zwingend nötig.

Sie gehen in den Berechnungen davon aus, dass alle Versicherten 85 Jahre und älter werden?

Wir berufen uns in unseren Berechnungen versicherungstechnisch auf Statistiken und Prognosen. Wir gehen effektiv davon aus, dass alle, die bei der Previs versichert sind, mindestens 85 werden. Dann reicht das eigene angesparte Kapital für die Rente bis 85. Ab dem 86. Lebensjahr geht ihre Rente dann auf Kosten der Previs: Der persönliche Topf ist aufgebraucht.

Die Statistik zeigt aber sicher auch, dass Versicherte vor Erreichen des 85. Altersjahrs sterben werden, oder?

Und das heisst: Dieses Geld bleibt im gemeinsamen Topf und kommt jenen als Rente zugute, die länger als 85 leben bzw. eine Rente beziehen. Bleiben wir mit unseren Berechnungen bei einem Durchschnittsalter 80, stützen wir uns auf falsche Annahmen, was eine Vorsorgeeinrichtung in ihrer finanziellen Stabilität arg schwächen wird.

Die Senkung muss ich als Versicherter solidarisch hinnehmen …

Das ist korrekt. Nicht neu – aber zunehmend wichtiger – scheint mir deshalb, dass man als Versicherter mit Einzahlungen in die Säule 3a beginnt oder, wie bereits erwähnt, mit zusätzlichen Einkäufen die Leistungen der Vorsorgeeinrichtung erhöht.

Falls Ende Monat die entsprechenden Reserven im Alltagsbudget vorhanden sind …

Das ist mir sehr bewusst. Zumal bei uns viele Angestellte versichert sind, die z.B. im Gesundheitswesen arbeiten. Die Löhne sind in diesem sozialen Bereich nachweislich niedrig.

In der Bundesverfassung heisst es so schön, man/frau sollte dank AHV und beruflicher Vorsorge den gewohnten Lebensstil beibehalten können …

Man geht hier von rund 60% des letzten Bruttolohns aus. Nicht zu vergessen: In der Verfassung für die berufliche Vorsorge bildet das gesetzliche Minimum die Grundlage. Bei der Previs bieten wir Vorsorgepläne an, welche weit über das gesetzliche Minimum hinaus Leistungen abdecken. Seitens AHV gilt es zu bedenken, dass die maximalen Rentenleistungen eine Limite aufweisen; aktuell beträgt eine einfache maximale AHV-Rente CHF 28‘200 im Jahr. Die gesetzliche Minimalrente aus der beruflichen Vorsorge kennt ebenfalls Limiten, sodass bei einer Leistungsreduktion durch Gesetzesänderungen in der AHV und in der beruflichen Vorsorge zusammen die besagten 60% nur noch schwer zu erreichen sind.

Umso wichtiger, dass man sich möglichst frühzeitig mit seinen Pensionsgeldern befasst?

Richtig. So können wir die Versicherten z.B. in den letzten 15 Jahren vor der Pensionierung ganz individuell beraten und begleiten. In diesen Jahren ist noch Zeit, das eine oder andere vorzukehren.

In welchem Alter beschäftigen sich die Leute mit ihrer Pension heute?

Aus unserer Sicht leider immer noch viel zu spät. Die ersten Gedanken kommen meist mit 58 oder 59 auf. Das heisst erst, wenn man eventuell vorzeitig in Pension gehen könnte. Dann wird der Versicherungsausweis mit deutlich mehr Aufmerksamkeit gelesen, was die eine oder andere Frage aufwirft. Die Versicherten bitten uns oft um eine Lese- und Interpretationshilfe.

Wann gehen Sie in Pension, Frau Sesiani?

Nach aktuellem Stand des Systems in 15 Jahren, mit Alter 65.

Warum werden die Frauen bei der Previs erst mit 65 «pensioniert»?

Unser Stiftungsrat hat entschieden, dass Frauen und Männer gleichgestellt werden. Wir sorgen mit dem Pensionsalter 65/65 in unseren Berechnungen für die nötige Gleichberechtigung, das heisst, Frauen und Männer haben im Pensionsalter 65 den gleichen Umwandlungssatz für die Umrechnung des individuellen Sparguthabens in eine Rente. Lässt sich ein Mann im Alter 64 pensionieren, hat er den gleichen Umwandlungssatz wie eine Frau, welche mit dem heute noch gültigen AHV-Rücktrittsalter mit 64 in Pension geht.

Das Team Vorsorge Leistung, hinten v.l.n.r.: Angelica Sommer, Carla Castello, Angela Meza, Nathalie Sesiani; sitzend v.l.n.r.: Carla Ruizzo, Hak Hea Keo, Elisabeth Hostettler, Cécile von Gunten, Claudia Stöckli, Jolanda Hostettler; vorne: Franziska Gäggeler, Thomas Klöti. (Auf dem Bild fehlen Andrea Blaser, Daniela Egger, Adriana Mezzi und Véronique Osso.)

Mit der Previs App: spielend verstehen

Einen durchaus spielerischen Umgang mit möglichen Simulationen der individuellen Vorsorgesituation verspricht Nathalie Sesiani für diesen Sommer. Dann nämlich wird die Previs eine Versicherten-App anbieten: «Unsere Versicherten sollen damit rund um die Uhr den aktuellen Stand ihrer persönlichen Versicherungssituation abrufen können. Sie können zudem mit verschiedenen Modulen simulieren und berechnen, wie sich ihre Rente bei welchem Rücktrittsalter und bei welcher Verzinsung verändert oder wie sich die Rente bei einem Vorbezug oder dem Einbringen zusätzlicher Gelder je nach Summe senkt oder erhöht.»

Dank gutem Ergebnis 2017: höhere Verzinsung der Altersguthaben und Bildung von Reserven

Nach einem erneut ausgezeichneten Anlagejahr erzielte das Gesamtvermögen eine Performance von 8.3% (2016: 7.5%). Im Gegensatz zum Vorjahr sind es nun nicht Einmaleffekte, sondern die teilweise nahezu euphorischen Anlagemärkte, die in den meisten Anlagekategorien zu sehr guten Ergebnissen geführt haben. Trotz unserer risikobewussten Anlagestrategie konnten wir die Chancen der Märkte nutzen und die Deckungsgrade aller Vorsorgewerke mit aktiven Versicherten erstmals seit einiger Zeit wieder über die Marke von 100% bringen. Allerdings ist die Arbeit damit nicht getan. Gerade die aktuellen unruhigen Kapitalmärkte zeigen uns, dass genügend Reserven unabdingbar sind und die heute bestehenden noch nicht ausreichen.

Genügend Reserven sind unabdingbar

Verbunden mit diesem Abschluss ist die erstmalige differenzierte Verzinsung der Altersguthaben. Basierend auf der Struktur und dem zu erwartenden Deckungsgrad des jeweiligen Vorsorgewerks, beschloss der Stiftungsrat auf Antrag der zuständigen Vorsorgekommissionen im Dezember 2017 die Gesamtverzinsung für jedes Vorsorgewerk. Im Durchschnitt aller Vorsorgewerke betrug diese 1.56% und lag in einer Bandbreite von 1.0% bis 2.25%. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung lag 2017 bei 1.0%.

Für den überobligatorischen Teil gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Die Previs Vorsorge verzinst jedoch die gesamten Altersguthaben (Obligatorium und Überobligatorium) zum gleichen Zinssatz. Ebenfalls mit dem Abschluss konnte der technische Zins für die gesamte Stiftung von bisher 2.75% auf 2.25% gesenkt werden.

Per Ende 2017 bewegen sich die Deckungsgrade der einzelnen Vorsorgewerke in einer Bandbreite von 98.0% bis 110.8%. Die effektiven Deckungsgrade der Arbeitgeber Vorsorgewerke werden diesen individuell kommuniziert.

Der Deckungsgrad des Vorsorgewerks Comunitas beträgt 102.6%, derjenige des Vorsorgewerks Service Public 102.5% und derjenige des Vorsorgewerks Strategie 30 102.7%. Der Deckungsgrad des Rentner Vorsorgewerks beträgt 98.0%.

Die Previs investiert erfolgreich in Immobilien

Die Previs Vorsorge investiert die Vorsorgegelder ihrer Versicherten zu rund 30% in Liegenschaften. Die langfristig planbaren Mieterträge passen ideal zum Umfeld der beruflichen Vorsorge. Im Fokus von Christoph Stäger, Leiter Portfolio Management Immobilien, und Markus Mürner, Leiter Asset Management Immobilien: die erfolgreiche Entwicklung bestehender Liegenschaften sowie die Akquisition neuer Siedlungen. Darunter nachhaltige «Leuchtturmprojekte».

Knapp ein Drittel der Pensionsgelder der rund 40‘000 Versicherten und Rentner von 1‘300 angeschlossenen Arbeitgebern wird von der Previs in Immobilien angelegt. So sieht es die Anlagestrategie des Stiftungsrats vor. Das aktuelle Immobilienportfolio mit einem Gesamtwert von 1.2 Mia. Franken umfasst rund 2‘700 Mietwohnungen und knapp 100 Gewerbeobjekte. Investiert wird in der ganzen Schweiz, mit einem historisch bedingten Schwerpunkt im Kanton Bern und in den Nachbarkantonen.

Alles unter einem Dach

Seit Jahren kauft die Previs als Anlage nicht nur Bauland, sondern baut mit Partnern darauf selbst Liegenschaften oder renoviert und optimiert Immobilien aus dem eigenen Bestand. Die Previs vereint alle Leistungen unter einem Dach. Sie bewirtschaftet ihre Liegenschaften auch mehrheitlich selbst: vom Portfolio Management über Projektentwicklung, Vermarktung und Bewirtschaftung bis zum Facility Management. Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeitende sorgen für Kundennähe, arbeiten intensiv an Netzwerken und verschaffen sich dadurch Marktvorteile.

Mehr Wohnraum auf gleicher Fläche

Nach einer ersten Sichtung des aktuellen Bestands, geht es laut Christoph Stäger primär um das Instandstellen und Entwickeln von zum Teil in die Jahre gekommenen Liegenschaften der Previs: «Es gibt grundsätzlich zwei Optionen. Entweder erneuern wir das Bestehende, also Küche, Bad, Haustechnik und Gebäudehülle, oder wir versuchen, die 30- bis 40-jährigen Liegenschaften im aktuellen Umfeld weiterzuentwickeln und dabei nach innen zu verdichten.» Das heisst: effizienter Umgang mit der Ressource Land durch die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum auf bestehenden Grundstücken.

Im Gleichschritt mit Gemeinden

Ein Ziel, das die Gemeinden mit dem neuen Raumplanungsgesetz des Bundes gleichermassen verschrieben bekommen haben. Christoph Stäger: «Wir nehmen das Thema zusammen mit den Gemeinden und Städten auf und suchen gemeinsam nach Lösungen. Was macht in diesem oder jenem Quartier für die Gemeinden wie für uns als Bauherrin Sinn, welche Möglichkeiten bieten sich?» So setze die Previs auch den Begriff Nachhaltigkeit in die Praxis um: Um- sowie Neubauten sollen ökologisch, ökonomisch wie auch zum Nutzen der Gesellschaft, der Bewohner wie Anwohner und der Gemeinden nachhaltig entwickelt werden.

Zehn Standorte im Fokus

«Wir haben in den letzten Wochen rund zehn Studienobjekte in unserem Portfolio identifiziert, bei denen wir solche inneren Verdichtungen als möglich erachten. Dazu werden in einem ersten Schritt Machbarkeitsstudien erstellt. Nebst gestalterischen Fragestellungen rund um die Architektur und den Städtebau stehen dabei die wirtschaftlichen Aspekte im Fokus und damit die Frage, ob sich mit dem Vorhaben die Zielrenditen für die Verzinsung der Pensionskassengelder erreichen lassen. Entscheidend in dieser Phase: die intensiven Gespräche mit den Standortgemeinden. Stäger: «Wichtig bei diesem Prozess sind der direkte Kontakt unter den Ansprechpartnern und der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen.» Gehe es doch meist darum, für eine neue Überbauungsordnung die Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten. Bestes Beispiel für eine gelungene Kooperation: die Verdichtung der Siedlung Nessleren in Wabern bei Bern.

Vorzeigeobjekt am Nesslerenweg

Die rund 30-jährige Überbauung am Nesslerenweg in Wabern ist in enger Kooperation mit der Gemeinde Köniz und mit Partnern ab 2015 in zwei Bauetappen und 30 Monaten Bauzeit neu gestaltet, aufgestockt und massiv verdichtet worden: in den Previs-Liegenschaften von 114 auf 187 Wohneinheiten bei gleicher Landfläche. Das Projekt wurde 2010 gestartet, 2013 wurden die Mietverhältnisse in Etappen möglichst mieterverträglich aufgelöst. Auch das nachhaltige Mietermanagement gehört zur Basiskompetenz des Immobilienteams der Previs.

Lösungen statt Gericht

Markus Mürner weiss: «Schlechte Noten der Mieter kann sich eine Pensionskasse nicht leisten, ebenso wenig auf Jahre ausgelegte Mietverträge, die das ganze Bauprozedere massiv verzögern und verteuern würden.» Das bedingt gute Information und Betreuung aller Mieter, welche die Liegenschaften bei Totalumbauten verlassen müssen. «Wir geben nicht auf, bis für die letzte Mietpartei eine Lösung bei uns oder bei einem anderen Eigentümer gefunden wird.» In einem Fall wurde eine 90-jährige Bewohnerin, die seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung gelebt hat, zu möglichen Mietobjekten chauffiert. Vorab hat die Previs selbst die Vermieter kontaktiert.

Die Previs liefert den Solarstrom

Auf allen Dächern der acht Nessleren-Liegenschaften wird Solarstrom produziert. Der Strom aus der ersten Bauetappe wird noch herkömmlich ins Netz eingespeist, die Bewohner beziehen ihren Strom vom lokalen Stromanbieter. Anders in den 90 Wohnungen der zweiten Bauetappe. Für deren Mieterschaft wird die Versorgung mit Solarstrom durch die Previs sichergestellt. EVG heisst das dazugehörige Fachkürzel; es steht für Eigenverbrauchsgemeinschaft. Die Investition in die Fotovoltaikanlage ermöglicht der Previs im Vergleich zur klassischen Einspeisung ins Netz, Optimierungen. Und den Mieterinnen und Mietern einen leicht günstigeren Abnahmepreis für Solarstrom vom eigenen Dach. Ein Gewinn für alle Beteiligten. Für Markus Mürner ein Meilenstein: «Ich bin überzeugt, dass die Frage der Nachhaltigkeit immer mehr an Gewicht gewinnen wird. Bei den Gemeinden wie für die Mieterinnen und Mieter.»

Potente Bauherrin

Parallel zur innovativ-nachhaltigen Renovation und zur ressourcenschonenden inneren Verdichtung ihrer älteren Liegenschaften will und muss die Previs neue Bauobjekte akquirieren. Im Idealfall auf eigenem Land, in enger Kooperation mit den Gemeinden, aber auch mit Generalunternehmen. Das anhaltend niedrige Zinsniveau treibt institutionelle Anleger wie Private weiterhin auf den Immobilienmarkt. Die Konkurrenz ist gross, da seien die Stärken der Previs oft matchentscheidend, ist Christoph Stäger überzeugt: «Wir haben die ganze Wertschöpfung im Haus, verfügen über ein agiles Team und überschaubare Strukturen mit kurzen Entscheidungswegen. Die Previs verfügt über die finanziellen Mittel, ist seit Jahren als Investorin und Bauherrin gut vernetzt. Das gilt übrigens – ganz wichtig – auch für jeden einzelnen unserer Mitarbeitenden. Das Immobiliengeschäft basiert stark auf persönlichen Kontakten, auf gegenseitigem Vertrauen, auf Fachkompetenz und Innovationsbereitschaft.»

Neuster Leuchtturm in St. Gallen: «Holts»

Die Ortsbürgergemeinde der Stadt St. Gallen hat im Mai 2017 Innovation und Kreativität über die eigene Rendite gestellt und den Zuschlag für ihr Areal Waldacker dem Projekt «Holts» gegeben – eingereicht durch das Wettbewerbsteam Previs, Burkhalter Sumi Architekten und Renggli AG. Hier sollen bald über 100 Wohnungen in Häusern aus Holz gebaut und bewohnt werden. Kostenpunkt gut 40 Millionen Franken. Für die St. Galler Burgerinnen und Burger wie für die Previs ein «Leuchtturmprojekt».

Prägende Köpfe eines agilen Teams: Christoph Stäger (rechts) ist bei der Previs als Leiter Portfolio Management für die Strategien im Immobiliengeschäft verantwortlich, Markus Mürner setzt sie mit seinem Team in der Praxis schweizweit um.

Wie eine Pensionskasse mit ihrem eigenen Alter umgeht

Die Previs Vorsorge feiert heuer ihren sechzigsten Geburtstag. Diese 60 wird an der Jubiläums-DV vom 19. Juni und darüber hinaus mit Stimmen, Statements und einer Spezial-Website zum runden Thema gemacht.

Die Previs Vorsorge beschäftigt sich tagtäglich intensiv mit dem Alter und der Altersvorsorge ihrer Versicherten. Was aber, wenn sie als Institution selbst ins Alter der Frühpensionäre kommt? Ein Thema, dem sich die Previs nicht nur an der Delegiertenversammlung vom 19. Juni stellt. Mit dabei als Expertin die pensionierte und passionierte Alters- und Beziehungsforscherin Pasqualina Perrig-Chiello.

Natürlich wird für die Geschichte der Previs – eine Reise von der Pensionskasse bernischer Gemeinden in die Top-Ten-Liste schweizerischer Pensionskassen – der rote Teppich ausgerollt. Natürlich werden die Meilensteine in Bild und Text als Lebensrevue darüberrollen. Natürlich wird der Stiftungsratspräsident Peter Flück an der Jubiläums-DV im Berner Kursaal mit den Delegierten nicht nur zurück, sondern sehr wohl auch in die nahe und fernere Zukunft schauen. Das gehört sich an sich spätestens ab dem Sechzigsten für jede und jeden. Geschäftsführer Stefan Muri wird im Namen der rund 70 Previs-Mitarbeitenden innehalten und mit den aktuellen Zahlen und Fakten 2017/2018 die Stärke und Frische der Previs Vorsorge markieren.

Steine, Stimmen und Statements

Am 60er-Reigen sollen aber auch all jene unter Ihnen teilhaben können, die nicht als Delegierte im Kursaal Platz finden werden. Die Previs hat dazu eine Webseite aufgeschaltet: www.previs.ch/60. Hier finden sich nicht nur die Meilensteine der vergangenen sechs Jahrzehnte, sondern auch Stimmen und Aussagen u.a. von Menschen, die heuer ebenfalls 60 werden oder geworden sind. Zum Beispiel der Berner Kontrabassmusiker und Fährmann Mich Gerber, der bei der Previs versicherte Hafen- und Campingplatzwart der Gemeinde Erlach, Previs-Stiftungsratspräsident Peter Flück, der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx oder die emeritierte Professorin und Buchautorin Pasqualina Perrig-Chiello. Die Wissenschaftlerin mit Oberwalliser und italienischen Wurzeln ist eine der profiliertesten Alters- und Beziehungsforscherinnen der Schweiz. Für sie liegt der neuralgische Knackpunkt im Altern von Frauen wie Männern übrigens mehr bei 50 als bei 60 Jahren …