August 2014

Stefan Muri (Unterschrift)

Editorial

«Gedacht» heisst nicht immer geschrieben, «geschrieben» heisst nicht immer gelesen, «gelesen» heisst nicht immer verstanden. Diese leicht abgewandelte Wortfolge, angelehnt an den österreichischen Verhaltensforscher Konrad Lorenz, ist Ausdruck der Herausforderungen an die Kommunikation. Wir nehmen diese ernst und versuchen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die komplexe und vielschichtige Materie der beruflichen Vorsorge auf verschiedene Art und Weise zu vermitteln, die es Ihnen erlaubt, Ihre Previs richtig zu beurteilen und einzuschätzen. Deshalb sind wir auch stolz darauf, in diesem Jahr die erste Auszeichnung für hervorragende Kommunikation von Pensionskassen gewonnen zu haben. Mehr davon lesen Sie im neuesten PREVUE nach den Beiträgen zur diesjährigen Delegiertenversammlung, zu den weiteren Schritten in der Stiftungserweiterung und zur Anlagetätigkeit der Previs bei den Wertschriften und den direkten Immobilien.

Stefan Muri

Stefan Muri
Geschäftsführer

«Aufbruch» und «Chancen» an der ordentlichen Delegiertenversammlung

Neben den stiftungsrechtlichen Traktanden wurden die Delegierten der Previs ein weiteres Mal über die Stiftungserweiterung per 1.1.2015 orientiert.

An der diesjährigen wiederum zahlreich besuchten Delegiertenversammlung in Belp waren die Worte «Aufbruch» und «Chancen» die zündenden Themen in der Eingangsrede des Stiftungsratspräsidenten wie auch in den dem statutarischen Teil folgenden Referaten.

Vorsorgekommission bestimmt

Peter Flück zeichnete als Präsident ein eindrückliches Bild des Aufbruchs, der sich nicht zuletzt auch im neuen Erscheinungsbild der Previs manifestiert. Noch konkreter wird der Aufbruch in der neuen Organisationsstruktur, welche die Previs ab 1.1.2015 auszeichnen wird. Als Sammeleinrichtung ist sie bereit, flexibel auch erweiterte Kundenbedürfnisse wie die freie Planwahl, die Wahrnehmung von Eigenverantwortung auf der Ebene der beruflichen Vorsorge – z.B. Festlegung der Verzinsung, Entscheid über die Sanierung – und wählbare Anlagestrategien abzudecken.

Die Sammeleinrichtung ist in der Lage erweiterte Kundenbedürfnisse flexibel abzudecken.

Im Rahmen der ordentlichen Traktanden wurde beschlossen, dass der aktuelle Stiftungsrat für den Start der neuen Struktur der Previs auch die Aufgaben der Vorsorgekommission des Vorsorgewerks Service Public übernehmen wird. Dieses Vorsorgewerk entspricht 2015 1:1 der heutigen Gemeinschaftseinrichtung.

Weiter nahmen die Delegierten vom Jahresergebnis 2013 und von weiteren Erläuterungen zum Geschäftsbericht Kenntnis. Leider musste sich der Stiftungsrat von seinem Mitglied Alfred Binggeli nach nur zwei Jahren Tätigkeit verabschieden. Alfred Binggeli verändert sich beruflich, weshalb er als Arbeitnehmervertreter aus dem Stiftungsrat austreten musste.

Die neue Previs; ein Muss und eine Chance!

Bruno Christen von der BVG-Aufsicht Zürich und Martin Schnider, Pensionskassenexperte der Previs, schilderten in ihren Referaten die bevorstehende Stiftungserweiterung als eine notwendige, vom Markt geforderte und den neuen und künftigen Anforderungen der Kunden und Versicherten folgende Entwicklung. Dabei wurde aber auch betont, dass die Previs einen Weg einschlägt, der das Bestehende und Bewährte schützt und für die bisherigen Kunden auch in Zukunft eine optimale Basis sichert und gleichzeitig die Chancen von flexiblen Angeboten wahrnimmt.

Mit der neuen Struktur wird das Bestehende und Bewährte geschützt und die Chancen des Neuen genutzt.

Fazit: Das Beste aus beiden Welten – der solidarischen Gemeinschaftslösungen und der individuellen, vorsorgewerkspezifischen Konzepte – für ihre Kunden.

Neue Reglemente «geschrieben» – «gelesen?» und «verstanden!»

Die Struktur der neuen Previs erfordert auch eine Anpassung der reglementarischen Grundlagen per 1.1.2015.

Wir haben in den vergangenen Monaten unter anderem auch die reglementarischen Grundlagen neu «geschrieben» und an die Struktur der neuen Previs angepasst. Solches stellt jeweils eine Gratwanderung dar, da die Dokumente sowohl aus juristischer Sicht korrekt formuliert sein müssen, dabei aber auch für Laien verständlich bleiben sollen.

Vorsorgereglement

Das Vorsorgereglement wurde dahingehend angepasst, dass die Höhe sämtlicher versicherten Leistungen im separaten Vorsorgeplan festgehalten wird. Dieser wird sämtlichen Versicherten und den Arbeitgebern zugestellt und soll helfen, die wichtigsten Informationen zu den Leistungen in einer kurz gehaltenen Übersicht zu sehen. Im Weiteren wurden im Reglement kleinere Anpassungen an die neuste Rechtsprechung vorgenommen.

Teilliquidationsreglement

Dieses Reglement wurde auf der Vorlage der Aufsichtsbehörde Bern (BBSA) aufgebaut, und es wurden dort Anpassungen vorgenommen, wo es unsere neue Struktur notwendig machte.

Weitere Dokumente

Auch die Anschlussvereinbarung und das Rückstellungsreglement wurden überarbeitet und an die neuen Gegebenheiten angepasst.

Sämtliche neuen Grundlagendokumente wurden vom Stiftungsrat am 19.6.2014 verabschiedet und per 1.1.2015 in Kraft gesetzt. Eine Ausnahme bildet das Teilliquidationsreglement, welches erst nach der Genehmigung des BBSA offiziell in Kraft tritt. Das Reglement wurde Ende Juni 2014 zur Genehmigung eingereicht.

Die neue Struktur der Previs ab 1.1.2015 führt zu einer Anpassung der Reglemente.

Die Reglemente sind auf unserer Webseite aufgeschaltet und stehen zum Herunterladen bereit: www.previs.ch/reglemente.

In diesem Sinne sind wir zuversichtlich, dass die neuen Dokumente zahlreich «gelesen» und natürlich auch «verstanden» werden.

Neues IT-System im Bereich Vorsorge per 1.1.2015

Der Bereich Vorsorge stellt für die Administration der diversen Geschäftsvorfälle auf eine neue IT-Plattform um. Daraus ergibt sich eine Migration sämtlicher Daten per Ende Jahr. Weitere Infos dazu folgen in den nächsten Monaten.

Aktien steigern die Rendite

Die Vermögensanlagen der Previs überzeugen weiterhin mit einer robusten Entwicklung.

Nach dem guten ersten Quartal zeigte sich auch das Folgequartal von seiner besten Seite. Mit einer Wertzunahme von 2.42% liegt die Halbjahresperformance nun bei ansprechenden 3.86%. Haupttreiber dieser erfreulichen Entwicklung waren vor allem die Aktienmärkte. Dank der äusserst lockeren Geldpolitik der Notenbanken war das Zinsniveau weiterhin tief und Obligationen waren entsprechend teuer. Folglich stieg der Appetit auf riskantere Anlagen wie beispielsweise Aktien.

Haupttreiber der erfreulichen Entwicklung im ersten Halbjahr waren die Aktienmärkte.

Nebst einem sich weiterhin verbessernden wirtschaftlichen Umfeld haben die Unternehmen viel Liquidität, die sie investieren müssen. Aus diesem Grund wurden im zweiten Quartal sehr viele Firmenübernahmen getätigt, da in diesem Tiefzinsumfeld solche Transaktionen günstig finanziert werden konnten. Und genau diese Entwicklung liess die Investoren mutmassen, dass die Perspektive für die Zukunft vielversprechend sei.

Wann steigen die Zinsen an?

Die weitere Entwicklung der Finanzmärkte hängt stark von der Entwicklung der amerikanischen Konjunktur und der dortigen Zinspolitik ab. Mit einem Anstieg der Zinsen werden Obligationen relativ zu Aktien wieder interessanter, da sie gegenüber heute mehr Rendite abwerfen. Dies könnte dazu führen, dass Anleger beginnen, die aufgebauten Aktiengewinne zu realisieren und in Obligationen umzuschichten. Dies wiederum erhöht den Abgabedruck auf die Aktienmärkte. Eine Kompensation könnte nur erfolgen, wenn die Unternehmen ihre Gewinne steigern, was eine sich weiter verbessernde globale Konjunktur voraussetzt.

Wir rechnen mit stärkeren Schwankungen ab Herbst 2014.

Aus heutiger Sicht erwarten wir denn auch einen Zinsanstieg erst 2015. Wenn man bedenkt, dass die Finanzmärkte solche Entwicklungen rund sechs Monate vorwegnehmen, rechnen wir ab Herbst vor allem mit stärkeren Schwankungen an den Aktienmärkten. Trotzdem bleiben wir für die weitere Entwicklung zuversichtlich und bevorzugen Aktien weiterhin vor Obligationen.

Die Entwicklung von Neubauprojekten rückt immer mehr in den Vordergrund

Die Previs setzt im Rahmen ihrer Anlagestrategie auf einen hohen Anteil direkter Immobilien mit rund 1600 Mietwohnungen und einem Anlagevolumen von über 550 Mio. CHF. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Einblick in aktuelle Projekte.

Neubau Lindentalpark, Boll (Gemeinde Vechigen)

76 Wohnungen – Projektentwicklung Previs
Investitionsvolumen31 Mio. CHF
BaustartHerbst 2013
Bezug abMärz 2015

Das Angebot umfasst 1- bis 4½- Zimmer-Wohnungen, davon sind rund 42 Wohnungen besonders für das Wohnen im Alter geeignet. Das Projekt hat seine Anfänge bereits 2009 im Zuge eines Zukunftsworkshops der Gemeinde Vechigen gefunden. Dabei kam das Bedürfnis nach Wohnraum für das Wohnen im Alter in der Gemeinde auf. Daraufhin suchte die Gemeinde nach einem geeigneten Grundstück, welches diesen Bedürfnissen entspricht, und einen Partner, der ein solches Projekt umsetzen kann. Aufgrund der damals laufenden Ortsplanungsrevision wurde das geeignete Grundstück in eine Wohnzone ausgeschieden. Mit der Previs fand die Gemeinde ihre Partnerin und Investorin.

Gleichzeitig wurde aus einer Interessengemeinschaft mit Vertretern aus der Gemeinde der Verein Lindentalpark 2010 konstituiert, welcher die Projektentwicklung begleitete und auf Fragen rund um die Bedürfnisse im Alter wertvolle Anregungen lieferte. www.lindentalpark.ch

«Die gemeinsame Projektentwicklung ist für die Gemeinde und für die Previs ein Gewinn. Wir schaffen langfristige und zukunftsorientierte Wohnperspektiven für jedes Alter.»

Der Gemeindepräsident von Vechigen, Walter Schilt, zum Neubauprojekt Lindentalpark, Boll.

Neubau Jardin du Paradis, Biel

279 Wohnungen – Projektentwicklung Previs
Investitionsvolumen130 Mio CHF.
BaustartFrühling 2015
Bezug abSommer 2016

Das Angebot umfasst 2½- bis 4½- Zimmer-Wohnungen sowie diverse Büro- und Gewerbeflächen. Es entstehen rund 279 Wohnungen an einer Top-Lage in direkter Nachbarschaft zum futuristischen Neubau der Swatch Group. Für einen Teilbereich der Überbauung besteht die Möglichkeit, besondere Betreiberkonzepte, wie zum Beispiel Wohnen mit Dienstleistungen, anzubieten. Zudem sollen Betriebe wie Bäckerei, Café usw. die Wohnüberbauung ergänzen. Die Überbauung wird im Minergie-P-Standard erstellt.
www.jardin-du-paradis.ch

Neubau Dorfzentrum Thörishaus

46 Wohnungen – Projektentwicklung Steiner AG
Investitionsvolumen20 Mio. CHF
BaustartSeptember 2014
Bezug abJuni 2016

Das Angebot umfasst 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen sowie gewerbliche Flächen im Erdgeschoss für Detailhändler und Büronutzung. Die Projektentwicklung und Realisierung wird durch die Totalunternehmerin
Steiner AG umgesetzt. Die Überbauung wird im Minergie-Standard erstellt.

Aufstockung und Sanierung Nessleren, Wabern

185 Wohnungen – Projektentwicklung Previs
Investitionsvolumen55 Mio. CHF
BaustartHerbst 2014
Bezug abSommer 2016

Die Siedlung am Nesslerenweg entstand zwischen 1979 und 1983. Die Gebäude sind aufgrund von Demodierung, der schlechten Energiebilanz und des schlechten Zustands der Leitungen sanierungsbedürftig. Durch eine zusätzliche Aufstockung der bestehenden Gebäude (114 Wohnungen) sollen zusätzlich 71 Wohnungen entstehen. Damit wird auf ideale Weise Wohnraum verdichtet, um die Ressource Land zu schonen
www.nessleren.ch

Sanierungsprojekte

Die Previs plant aktuell weitere Sanierungsprojekte aus dem Portfolio. Bei solchen Projekten wird das Augenmerk ebenfalls auf die innere Verdichtung gelegt und wenn möglich eine Aufstockung eingeplant.

Die Previs gehört zu den kommunikativsten Pensionskassen der Schweiz!

Die Previs wurde mit dem erstmals vergebenen «Kommunikationsaward» in der Kategorie Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Gewonnen hat die Previs, weil sie Zitat «auf hervorragende Weise ihre Versicherten informiert und die entsprechende Kommunikation vorbildlich gestaltet». Die Fach- und Versichertenjury hat dabei die konzeptionellen Grundlagen, die inhaltliche Umsetzung sowie den Einsatz der Massnahmen – u. a. das Vorsorgereglement, den Jahresbericht, den Versicherungsausweis inkl. Erläuterungen sowie den Internetauftritt – beurteilt und bewertet.

Die Previs legt grossen Wert auf die Kommunikation mit den Versicherten.

Der Kommunikationsaward wird von der «Stiftung zur Förderung der Eigenverantwortung in der beruflichen Vorsorge» vergeben. Partner des Awards sind der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP, der VPS-Verlag sowie die «Handelszeitung». Die Preisverleihung fand Mitte Mai anlässlich der Fachmesse «2. Säule» in Zürich statt.